Files
LIAM/README.md

254 lines
13 KiB
Markdown

# LIAM
## Naming Conventions fuer NTFS-Gruppen
NTFS-Namenskonventionen bestehen aus `NamingTemplate`, `DescriptionTemplate` und `Wildcard`. Die Templates werden beim Erzeugen oder Sicherstellen von AD-Gruppen materialisiert. Der `Wildcard` ist eine regulaere Expression und wird beim Auslesen der ACLs verwendet, um vorhandene Gruppen wieder einer Rolle zuzuordnen.
Die wichtigsten Eingaben fuer die Ersetzung sind:
| Quelle | Beispiel |
| --- | --- |
| `RootPath` | `\\SRVWSM001.imagoverum.com\file_shares\share2` |
| Aktuelle DataArea | `\\SRVWSM001.imagoverum.com\file_shares\share2\test33` |
| `CustomTags` | `Filesystem_GroupGlobalTag=UG`, `Filesystem_GroupDomainLocalTag=FS`, `Filesystem_GroupOwnerTag=_OW` |
| Rolle / Scope | z. B. `Owner` und `DomainLocal` |
### Standard-Platzhalter
| Platzhalter | Wirkung | Beispielwert bei Root `\\server\file_shares\share2` und DataArea `...\share2\test33` |
| --- | --- | --- |
| `{{NAME}}` | Name des aktuellen Ordners oder Shares. | `test33` |
| `{{RELATIVEPATH}}` | Relativer Pfad der DataArea unterhalb des `RootPath`, mit Sanitizing und konfiguriertem Segmenttrenner. | `test33` |
| `{{RELATIVEPATH(0)}}` | Letztes relatives Pfadsegment. | `test33` |
| `{{RELATIVEPATH(1)}}` | Die letzten zwei relativen Pfadsegmente. Bei weniger Segmenten werden alle vorhandenen verwendet. | z. B. `team1_test33` |
| `{{ROOT_SERVER}}` | Server-/Namespace-Teil des UNC-RootPath. | `server` |
| `{{ROOT_NAME}}` | Letztes Segment des RootPath. | `share2` |
| `{{ROOT_PATH}}` | Alle RootPath-Segmente ohne Server, mit Segmenttrenner verbunden. | `file_shares_share2` |
| `{{ROOT_PATH(1)}}` | Letztes RootPath-Segment. | `share2` |
| `{{ROOT_PATH(2)}}` | Letzte zwei RootPath-Segmente. | `file_shares_share2` |
| `{{ROOT_SEGMENT(0)}}` | RootPath-Segment per 0-basierter Position, ohne Server. | `file_shares` |
| `{{ROOT_SEGMENT(1)}}` | Zweites RootPath-Segment. | `share2` |
`{{RELATIVEPATH(n)}}` zaehlt von hinten: `0` ist das letzte Segment, `1` sind die letzten zwei Segmente, `2` die letzten drei Segmente usw. `{{ROOT_PATH(n)}}` verwendet dagegen die letzten `n` Segmente des RootPath.
Wenn die aktuelle DataArea dem `RootPath` selbst entspricht, ist `{{RELATIVEPATH}}` leer. `{{NAME}}` ist dann der Name des RootPath, also z. B. `share2` oder `LEI.01.test`.
### Rollen- und Scope-Platzhalter
Diese Platzhalter werden aus Rolle, Scope und `CustomTags` aufgebaut:
| Platzhalter | Wirkung | Typische Werte |
| --- | --- | --- |
| `{{PREFIX}}` | Gruppenprefix aus `Filesystem_GroupPrefixTag`, fallback auf `ADGroupPrefix`. | `ACL`, `FS` |
| `{{SCOPETAG}}` | Scope-Tag. Bei `Global` aus `Filesystem_GroupGlobalTag`, bei `DomainLocal` aus `Filesystem_GroupDomainLocalTag`. | `UG`, `FS`, `G`, `DL` |
| `{{GROUPTYPEPOSTFIX}}` | Rollen-Postfix. Owner/Write/Read/Traverse verwenden die jeweiligen `Filesystem_Group*Tag` Werte. | `_OW`, `_RW`, `_R`, `_T` |
| `{{_LOOP}}` | Optionaler Eindeutigkeitszaehler. Beim ersten Versuch leer, danach `_1`, `_2`, usw. | leer, `_1`, `_2` |
| `{{LOOP}}` | Variante ohne Trennzeichen. Beim ersten Versuch leer, danach `1`, `2`, usw. | leer, `1`, `2` |
Der Loop-Platzhalter ist flexibel: Alles innerhalb der geschweiften Klammern, das `LOOP` enthaelt, wird als Loop-Tag behandelt. `{{-LOOP}}` wird beim ersten Versuch leer und danach z. B. `-1`.
### CustomTags
Alle Eintraege aus `CustomTags` koennen ebenfalls direkt verwendet werden. Die Schreibweise muss exakt zum Key passen.
Beispiele:
```text
{{ADGroupPrefix}}_{{RELATIVEPATH}}{{GROUPTYPEPOSTFIX}}
{{Filesystem_GroupGlobalTag}}_{{ROOT_NAME}}_{{NAME}}{{GROUPTYPEPOSTFIX}}
{{Filesystem_GroupDomainLocalTag}}_{{ROOT_PATH(1)}}_{{RELATIVEPATH}}{{GROUPTYPEPOSTFIX}}
```
### Beispiele fuer NamingTemplate
Share-basierte Gruppen nur mit Share-Name:
```text
{{SCOPETAG}}_{{NAME}}{{_LOOP}}{{GROUPTYPEPOSTFIX}}
```
Bei `RootPath=\\intra.brkr.corp\File_Shares\LEI.01.test`, Scope `DomainLocal`, `Filesystem_GroupDomainLocalTag=FS` und Rolle `Owner` entsteht:
```text
FS_LEI.01.TEST_OW
```
Gruppen fuer Unterordner relativ zum Root:
```text
{{SCOPETAG}}_{{RELATIVEPATH}}{{_LOOP}}{{GROUPTYPEPOSTFIX}}
```
Bei `RootPath=\\SRVWSM001.imagoverum.com\file_shares\share2` und DataArea `...\share2\test33` entsteht fuer Owner:
```text
FS_TEST33_OW
```
Root-Share und Unterordner kombinieren:
```text
{{SCOPETAG}}_{{ROOT_NAME}}.{{RELATIVEPATH}}{{_LOOP}}{{GROUPTYPEPOSTFIX}}
```
Bei Root `share2` und Ordner `test33` entsteht:
```text
FS_SHARE2.TEST33_OW
```
Nur die letzten zwei relativen Pfadsegmente verwenden:
```text
{{SCOPETAG}}_{{RELATIVEPATH(1)}}{{_LOOP}}{{GROUPTYPEPOSTFIX}}
```
Bei `...\share2\team1\test33` entsteht:
```text
FS_TEAM1_TEST33_OW
```
Namespace-/Share-Bestandteile aus dem RootPath verwenden:
```text
{{SCOPETAG}}_{{ROOT_SEGMENT(0)}}_{{ROOT_SEGMENT(1)}}_{{NAME}}{{GROUPTYPEPOSTFIX}}
```
Bei Root `\\SRVWSM001.imagoverum.com\file_shares\share2` und Name `test33` entsteht:
```text
FS_FILE_SHARES_SHARE2_TEST33_OW
```
### Beispiele fuer AGP und AGDLP
Bei AGP liegen die Global-Gruppen direkt auf der ACL. Eine typische Konvention ist:
```text
NamingTemplate: {{SCOPETAG}}_{{NAME}}{{_LOOP}}{{GROUPTYPEPOSTFIX}}
Scope: Global
```
Bei AGDLP liegen die DomainLocal-Gruppen auf der ACL, die Global-Gruppen werden darin verschachtelt. Typisch ist:
```text
Global NamingTemplate: {{SCOPETAG}}_{{NAME}}{{_LOOP}}{{GROUPTYPEPOSTFIX}}
DomainLocal NamingTemplate: {{SCOPETAG}}_{{NAME}}{{_LOOP}}{{GROUPTYPEPOSTFIX}}
```
Mit `Filesystem_GroupGlobalTag=UG` und `Filesystem_GroupDomainLocalTag=FS` entstehen z. B.:
```text
UG_LEI.01.TEST_OW
FS_LEI.01.TEST_OW
```
In diesem Fall gehoert bei AGDLP die `FS_...` DomainLocal-Gruppe auf die NTFS-ACL; `UG_...` wird Mitglied der `FS_...` Gruppe.
### Wildcard-Regeln
`Wildcard` ist eine regulaere Expression. Sie muss nach Platzhalterersetzung zum erzeugten oder vorhandenen `sAMAccountName` passen.
Passendes Beispiel:
```text
^{{SCOPETAG}}_[a-zA-ZoeaeueOeAeUess0-9_\-\.]*{{GROUPTYPEPOSTFIX}}$
```
Mit `SCOPETAG=FS` und `GROUPTYPEPOSTFIX=_OW` matcht das:
```text
FS_LEI.01.TEST_OW
```
Nicht passend ist ein fuehrendes Leerzeichen:
```text
^ {{SCOPETAG}}_[a-zA-ZoeaeueOeAeUess0-9_\-\.]*{{GROUPTYPEPOSTFIX}}$
```
Dieser Regex erwartet nach `^` ein Leerzeichen und matcht deshalb nicht auf `FS_LEI.01.TEST_OW`.
Wenn eine Traverse-Naming-Convention keine Gruppe erzeugen soll, kann das `NamingTemplate` leer bleiben. Fuer Owner/Write/Read sollte der `Wildcard` nicht leer sein. Ein leerer Regex ist keine sinnvolle Matching-Regel, weil er technisch sehr breit matchen kann.
### Sanitizing, Laenge und Grossschreibung
Pfadbasierte Platzhalter wie `{{NAME}}`, `{{RELATIVEPATH}}`, `{{ROOT_PATH}}` und `{{ROOT_SEGMENT(n)}}` werden fuer AD-Gruppennamen bereinigt. Standardmaessig werden Steuerzeichen und die fuer AD-Gruppennamen bzw. `sAMAccountName` problematischen Zeichen `/`, `\`, `[`, `]`, `:`, `;`, `|`, `=`, `,`, `+`, `*`, `?`, `<` und `>` mit `_` ersetzt. Das Ersatzzeichen kann ueber `NtfsGroupNameSanitizeReplacement` geaendert oder entfernt werden. Zeichen wie Leerzeichen, Bindestrich, Punkt, Unterstrich, Klammern, `@` und Quotes bleiben erhalten.
Generierte AD-Gruppennamen werden standardmaessig in Grossbuchstaben geschrieben. Mit `PreserveNtfsAdGroupNameCase=1` bleibt die Schreibweise erhalten.
AD-Gruppennamen werden auf die maximale Laenge von 64 Zeichen begrenzt. Wenn ein Template mit `{{RELATIVEPATH}}` oder `{{NAME}}` zu lang wird, werden Pfadbestandteile gekuerzt. Fuer Loop-Platzhalter werden bis zu drei Ziffern reserviert.
## AdditionalParameters / AdditionalConfiguration
Provider-spezifische Zusatzparameter werden in Matrix42 am DataArea-Collector ueber das Fragment `C4IT_GCC_DataArea_Collector_AdditionalAttributes` gepflegt. Pro Parameter wird ein Eintrag mit `Name` und `Value` angelegt.
Beispiel:
| Name | Value |
| --- | --- |
| `EnsureNtfsPermissionGroups` | `1` |
| `NtfsAdDomainControllers` | `dc01.contoso.local,dc02.contoso.local` |
Im Diagnose-JSON erscheinen diese Werte unter `AdditionalConfiguration`. Parameternamen werden ohne Beachtung der Gross-/Kleinschreibung gelesen. Boolean-Werte sind in der Regel aktiv, wenn der Wert `true`, `1` oder `yes` ist. Leere oder nicht vorhandene Werte deaktivieren den jeweiligen Schalter, sofern unten nichts anderes beschrieben ist.
### Allgemein
| Parameter | Provider | Werte | Wirkung |
| --- | --- | --- | --- |
| `WhatIf` | Workflow / alle Provider, soweit unterstuetzt | `true`, `1`, `yes` | Aktiviert den Simulationsmodus fuer Workflow-Pfade, die WhatIf unterstuetzen. Aktionen werden dann vorbereitet und protokolliert, aber nicht dauerhaft ausgefuehrt. |
### NTFS
| Parameter | Werte | Wirkung |
| --- | --- | --- |
| `EnsureNtfsPermissionGroups` | `true`, `1`, `yes` | Stellt beim Auslesen von NTFS-Ordnern automatisch fehlende AD-Berechtigungsgruppen und NTFS-ACLs sicher. |
| `EnsureNtfsPermissionGroupsForShares` | `true`, `1`, `yes` | Erweitert das automatische Ensure auf Share-DataAreas. Ohne diesen Parameter wird das automatische Ensure nur fuer Ordner ausgefuehrt. |
| `AllowManualNtfsPermissionEnsureForShares` | `true`, `1`, `yes` | Erlaubt die manuelle Ensure-Aktivitaet auch fuer Share-DataAreas. |
| `NtfsIncludePaths` | Pfadliste, getrennt mit `;`, &#124; oder Zeilenumbruechen | Beschraenkt die NTFS-Verarbeitung auf passende Pfade. Unterstuetzt relative Pfade unterhalb des RootPath, absolute UNC-Pfade und einfache Wildcards mit `*`. Wenn der Parameter leer ist, sind alle Pfade eingeschlossen. |
| `NtfsExcludePaths` | Pfadliste, getrennt mit `;`, &#124; oder Zeilenumbruechen | Schliesst passende Pfade von der NTFS-Verarbeitung aus. Excludes gewinnen gegen Includes. Unterstuetzt relative Pfade, absolute UNC-Pfade und einfache Wildcards mit `*`. |
| `NtfsTraverseBoundaryPath` | Relativer oder absoluter Pfad | Setzt eine Traverse-Grenze fuer die Traverse-Gruppenverarbeitung. Damit koennen Traverse-Gruppen ueber den eigentlichen Einsprung hinaus bis zu einer definierten Ebene sichergestellt werden. |
| `NtfsGroupNameSanitizeReplacement` | Zeichenfolge, z. B. `_`, `.`, leer, `none`, `remove`, `<empty>` | Legt fest, womit ungueltige Zeichen in dynamischen gruppennamenrelevanten Pfadbestandteilen ersetzt werden. Standard ist `_`. Mit leerem Wert oder `none`/`remove`/`<empty>` werden ungueltige Zeichen entfernt und Pfadsegmente ohne Trennzeichen verbunden. |
| `PreserveNtfsAdGroupNameCase` | `true`, `1`, `yes` | Unterbindet das automatische Uppercase fuer generierte NTFS-AD-Gruppennamen. Ohne diesen Parameter werden generierte Gruppennamen wie bisher in Grossbuchstaben erzeugt. |
| `ForceStrictAdGroupNames` | `true`, `1`, `yes` | Erzwingt strikte AD-Gruppennamen. Wildcard-/ACL-basierte Wiederverwendung abweichender bestehender Gruppen wird damit eingeschraenkt; es werden nur exakt passende konfigurierte oder generierte Namen verwendet. |
| `NtfsAdDomainControllers` | Kommagetrennte DC-Liste, z. B. `dc01.contoso.local,dc02.contoso.local` | Pinnt NTFS-AD-Operationen auf einen Domain Controller. Der erste erreichbare DC wird verwendet. Wenn kein Eintrag erreichbar ist oder der Parameter fehlt, wird der PDC Emulator verwendet; danach faellt der Code auf die normale Domain-Locator-Logik zurueck. Der ausgewaehlte DC wird im Debug-Log protokolliert. |
Beispiele:
```text
EnsureNtfsPermissionGroups=1
EnsureNtfsPermissionGroupsForShares=1
NtfsIncludePaths=Finance\*;HR\Reports
NtfsExcludePaths=*\_archive\*
NtfsTraverseBoundaryPath=\\fileserver\file_shares
NtfsGroupNameSanitizeReplacement=.
PreserveNtfsAdGroupNameCase=1
NtfsAdDomainControllers=dc01.contoso.local,dc02.contoso.local
```
### Active Directory
| Parameter | Werte | Wirkung |
| --- | --- | --- |
| `AdDomainControllers` | Kommagetrennte DC-Liste, z. B. `dc01.contoso.local,dc02.contoso.local` | Pinnt Active-Directory-Provider-Operationen auf einen Domain Controller. Der erste erreichbare DC wird verwendet. Wenn kein Eintrag erreichbar ist oder der Parameter fehlt, wird der PDC Emulator verwendet; danach faellt der Code auf die normale Domain-Locator-Logik zurueck. Der ausgewaehlte DC wird im Debug-Log protokolliert. |
| `ActiveDirectoryDomainControllers` | Kommagetrennte DC-Liste | Alias/Fallback fuer `AdDomainControllers`, wenn `AdDomainControllers` nicht gesetzt ist. |
Beispiel:
```text
AdDomainControllers=dc01.contoso.local,dc02.contoso.local
```
### Microsoft Teams
| Parameter | Werte | Wirkung |
| --- | --- | --- |
| `WithoutPrivateChannels` | `true`, `1` | Private Channels werden beim Teams-Provider nicht beruecksichtigt. |
### Hinweise zur Pfad- und Listen-Syntax
`NtfsIncludePaths` und `NtfsExcludePaths` verwenden `;`, &#124; oder Zeilenumbrueche als Trenner. Kommas sind dort Teil des Werts. Die Domain-Controller-Parameter verwenden dagegen eine kommagetrennte Prioritaetsliste.
Pfadfilter koennen relativ zum konfigurierten NTFS-RootPath oder als absolute UNC-Pfade angegeben werden. Einfache Wildcards mit `*` sind moeglich.